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Chronik des Schützenvereins "Diana" Elsenfeld e.V.
~ gegründet am 26.11.1953 ~

Über 55 Jahre Schützenverein "Diana" Elsenfeld bedeutet, viele Hunderte oder gar Tausende von freiwilligen Arbeitsstunden, die hier beim Bau des Schützenhauses und den stetigen Erweiterungen geleistet wurden. Wirft man einen Blick in die von Wilhelm Sternberger seit der Verkündung bis zum Jahr 1963 vorbildlich geführtes Protokollbuch, so wird deutlich, dass neben der harten Arbeit ebenso viele lustige und gesellige Stunden im Vereinsheim verbracht wurden.

Durch die Ortsschelle wurde bekannt gegeben, dass beabsichtigt ist, in Elsenfeld einen Schützenverein zu gründen. Am Abend des 19.11.1953 trafen sich daher im Gasthaus "Krone" in Elsenfeld die Herren Norbert Becker, Arthur Klett, Wilhelm Sternberger, Arthur Klug, Max Klug, Alois Kullmann, Erwin Oberle, Karl Becker und Gottfried Kreuzer. Im Verlauf einer zwanglosen Besprechung wurde folgendes festgelegt: 1) Die Gründungsversammlung findet am Donnerstag, den 26.11.1953 - 20.30 Uhr im Gasthaus "Krone" in Elsenfeld statt. 2) Der Vereinsname, das Vereinslokal und die Zusammensetzung der Vorstandschaft werden bei der Gründungsversammlung festgelegt. 3) Mit der Leitung der Gründungsversammlung wird Herr Norbert Becker beauftragt. 4) Alle Anwesenden erklärten sich bereit, bei anderen Vereinen Erkundigungen einzuholen und für Besuche der Gründungsversammlung zu werben.

Am 26.11.1953 wurde dann in einer zweiten Versammlung im Gasthaus "Krone" einstimmig der Schützenverein "Diana" Elsenfeld gegründet und die erste Vorstandschaft gewählt.

1 Schützenmeister - Arthur Klett
2. Schützenmeister - Norbert Becker
Kassier - Paul Dreger
Schriftführer - Wilhelm Sternberger
Schießwart - Wilhelm Schöpke
Pressewart - Arthur Klett + Wilhelm Sternberger
Beisitzer - Rudolf Fuchs und Paul Dietz

Als Vereinslokal wurde das Gasthaus "Krone" Elsenfeld festgelegt.

In der 3. Gründungsversammlung wurden dann die restlichen Ämter gewählt.

2. Kassier - Urban Rüttinger
Vergnügungswart - Roman Bachmann

Des Weiteren wurde beschlossen, 2 Gewehre, Munition und Scheiben sowie 2 Schießstände, zu kaufen, die dann am 09.11.1953 im Saal des Gasthauses Krone, der vorläufig als Schießstand diente, aufgestellt wurden. Nach der 3. Gründungsversammlung zählte der neu gegründete Verein 31 Mitglieder, die laut Beschluss alle als Gründungsmitglieder gelten. In den Wochen und Monaten nach der Gründung entwickelt sich ein beispielloses Vereinsleben. Die Schießabende mit hartem ehrgeizigem Training gepaart mit fröhlichen und geselligen Stunden bis weit nach Mitternacht war kein Einzelfall. Es soll sogar alte Schützen gegeben haben, die es so eilig hatten, ins Schützenhaus zu kommen, dass sie in der Hektik nur mit Hausschlappen bei Schnee und Eis mit dem Fahrrad im Schützenhaus erschienen sind.

Aus dieser Atmosphäre der Freundschaft und Kameradschaft heraus entwickelte sich schon bald der Traum vom eigenen Schützenhaus, der sich schon kaum 7 Monate später erfüllen sollte. In beispielhafter Gemeinschaftsarbeit entstand nach einem von Schützenbruder Wilhelm Sternberger gefertigten Entwurf und Modell unser herrliches Schützenhaus auf der Lerchenhöhe in Elsenfeld. So konnte am 08.07.1954, unter der tatkräftigen Leitung von Arthur Klett und Robert Hofmann, der erste Spatenstich vollzogen werden und am 28.07.1954 das Richtfest gefeiert werden. Am 29.09.1954, also ein knappes Jahr nach der Vereinsgründung, erfolgt die Aufnahme des offiziellen Schießbetriebes im neu erbauten Schützenhaus "Diana", das im Jahr 1955 im Rahmen eines großen Schützenfestes durch Schützenbruder Herrn Pfarrer Keith eingeweiht wurde. Es war das erste Schützenhaus im Landkreis Obernburg und wurde von den Mitgliedern, dank großzügiger Unterstützung der Gemeinde und Elsenfelder Firmen in reiner Fronarbeit gebaut und war der ganze Stolz der Elsenfelder Schützen.

Als nächster großer Meilenstein kam das große 8-tägige Gau-Preis- und Königsschießen des damaligen Schützengaues "Main-Spessart" im September 1961 der über 300 aktive Schützen an die Schießstände der Elsenfelder Schützen brachte. 1963 fand dann das 10-jährige Jubiläumsfest mit Weihe der neu angeschafften Fahne am Schützenhaus statt. In den Folgemonaten wurde der Bau der neuen 50-Meter Kleinkaliberanlage mit einer Bausumme von 20.000 DM begonnen. Ein Zuschuss Antrag in Höhe von 10.000 DM wurde auf Antrag und persönlicher Vorsprache von Herrn Roman Bachmann in München vom Bayerischen Sportschützenbund bewilligt. Mit diesen Mitteln war es möglich, das Bauvorhaben in relativ kurzer Zeit fertig zustellen und den Schießbetrieb aufzunehmen. In diesen Jahren wurden die sportlichen Interessen des Vereins in den Rundenwettkämpfen des Schützengaues durch eine Jugend-Mannschaft, eine Luftgewehr-Mannschaft, 2 Kleinkalibergewehr-Mannschaften und eine Gruppe von Alters- und Seniorenschützen vertreten, deren beachtliche Schießergebnisse für viele gute Platzierungen im Schützengau sorgten.

Aber auch die Arbeiten nahmen neben dem schießsportlichen Engagement nicht ab. Es galt den Schützenhausvorplatz in einen ansehnlichen Zustand zu bringen. Dies bedeutete wirklich große Mengen Auffüllgrund zu besorgen und in den Vorplatz einzuplanieren. Letztendlich waren es rund 100 LKW-Ladungen die angefahren und verschafft werden mussten. Aber der Gemeinschaftsgeist und die Muskelkraft unserer Schützen hat auch diese außergewöhnliche Arbeit in kurzer Zeit bewältigt. Im Dezember 1965 fand im Schützenhaus "Diana" Elsenfeld unter Leitung von Schützenmeister Roman Bachmann die Gründung des neuen Schützengaues "Maintal" statt, da sich der alte Schützengau "Main-Spessart" gespalten hatte. Kaum 2 Jahre nach dem Bau der Kleinkaliberbahn sollte es den Elsenfelder Schützen nicht langweilig werden. Eine neue große Baumaßnahme stand an. Die Planung und der Bau einer 25-Meter Pistolenbahn und Errichtung einer neuen Toilettenanlage direkt am Schützenhaus mussten bewältig werden.

Die sportlichen Erfolge die sich nun auch im Pistolenschießen einstellten, zeigten in Kürze, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Damit wurde die Attraktivität des Schützenvereins "Diana" Elsenfeld enorm gesteigert und man hatte somit zum damaligen Zeitpunkt eines der modernsten Schützenhäuser im Landkreis Obernburg Miltenberg. Danach legte man eine Verschnaufpause ein. Neben kleineren Umbau- und Instandhaltungsmaßnahmen widmete man sich wieder mehr dem Schießsport und achtete darauf, dass auch die gesellige Seite des Vereinslebens nicht zu kurz kam. Man unternahm Vereinsausflüge nach Österreich und zu den Berner Schützen in die Schweiz, mit denen über Jahre hinweg eine schöne Freundschaft gepflegt wurde. Es war immer wieder ein toller Höhepunkt auf den Schießanlagen in Bern an Schießen teilzunehmen um sich mit den Eidgenossen in fairem Wettkampf zu messen und zu zeigen, dass auch die "Diana-Schützen" den Karabiner beherrschen. Außerdem wurde gemunkelt, es seien auch einige dieser Schweizer Gewehre im Bus unter den Sitzen nach Deutschland geschmuggelt worden.

1973/74 waren wieder die handwerklichen Geschicke der Schützen gefragt. Das Schützenhaus wurde um eine Küche und einen kleinen Nebenraum erweitert. Die damalige Schützenhauspächterin Evelu Bachmann nutzte diese Verbesserung der Räumlichkeiten und machte das gastronomische Angebot des Schützenhauses weit über die Grenzen Elsenfelds hinaus bekannt. Der herrliche Biergarten und die vorzügliche Küche, ließen die Besucher aus nah und fern, viele Stunden und Abende am Schützenhaus verweilen. Als nächstes stand 1975 die Gestaltung des Festplatzes an. Das Festhallengerüst aus Fichtenstangen war bereits in den Vorjahren errichtet worden. Zur Vervollständigung des Festgeländes wurden die erforderlichen Verkaufsräume und eine Schießbude gebaut, sowie ein massives Tanzpodium gemauert. Damit waren die besten Voraussetzungen für die alljährlich stattfindenden Schützenwaldfeste mit Erbsensuppenessen geschaffen worden.

Das Jahr 1979 stand ganz im Zeichen des 25-jährigen Vereinsjubiläums mit Ehrenabend im Jugendheim Elsenfeld und Waldfest mit Festgottesdienst. Die schon zur Tradition gewordenen Elsenfelder Schützenfeste waren weithin bekannt und auf die Erbsensuppe unserer Chefköche Martin Vöglein und Otto Czech freuten sich die Besucher schon lange Zeit im Voraus. 1991 wurde Uli Bachmann zum 1 Schützenmeister gewählt. Schützenmeister Roman Bachmann gab sein Amt und die nun gut ausgestattete Schießanlage nach 30 Jahren Schützenmeistertätigkeit ab. Mit seinen vorangegangenen 10 Jahren Sportleitertätigkeit war er insgesamt 40 Jahre, also von der Gründung an in der Vereinsführung tätig und wurde für seinen unermüdlichen Einsatz zum Ehrenschützenmeister ernannt. Seinem Schaffensgeist hat der Verein sehr viel zu verdanken. Die Uhr blieb nicht stehen und Arbeit war auf den Schützenhausgelände immer zu finden.

1993 wurde von der Vereinsführung beschlossen den früheren Lagerschuppen hinter der Pistolenbahn zum Aufenthalts- und Auswertungsraum für die Pistolenschützen umzubauen. Alle Arbeiten wurden wieder einmal in Eigenleistung mit dem geringsten finanziellen Aufwand durchgeführt. Auch das Schützenhaus, das nun schon über 40 Jahre stand, kam in die Jahre und eine Generalsanierung war unumgänglich geworden. Deshalb wurde 1998, eine komplette Renovierung der Schützenhausgaststätte durchgeführt. In 6 Wochen wurden die umfangreichen Arbeiten fast ohne Mithilfe von Firmen durchgezogen. In dieser Zeit wurde der Fußboden, Innenputz und die Deckenverkleidung komplett ausgetauscht. Das Schützenhaus erhielt eine neue Dacheindeckung und alle Fenster wurden erneuert. Ebenso erhielt die Gaststätte eine neue Bestuhlung, eine neue Theke und neue Lampen. Bei den Umbauarbeiten hat man versucht, den Charakter des Schützenhauses so weit wie möglich zu erhalten, aber trotzdem den heutigen Anforderungen anzupassen. Schließlich wurde das Schützenhaus nachträglich 1999 an dem gemeinschaftlichen Kanal angeschlossen. Besondere Freude bereitet die im Jahre 1998 von unserem Gründungsmitglied Paul Dreger ins Leben gerufene Bogenabteilung. Hier haben wir nur Gutes zu berichten. Durch die Bogenabteilung konnten viele neue Mitglieder für den Verein gewonnen werden. Auch in punkto Jugendarbeit wird hier beste Arbeit geleistet und wir freuen uns, dass Monika Gassner durch Kerstin Seitz und Bodo Walther eine tolle Verstärkung für das Training und die Jugendbetreuung gefunden hat.